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Karriere-Perspektive:
Vom Mut, sich etwas zuzutrauen

Aus dem Netzwerk in die Partnerschaft: Wie KUNZ den Weg zu den Paragraphinnen fand – und was drei Juristinnen jeder Einsteigerin raten.

Frauen im Recht stärken, Netzwerke sichtbar machen: KUNZ ist neuer Kooperationspartner der Paragraphinnen Deutschland.

Unsere Frankfurter Standortleiterin Rebecca Vollmer, LL.M., ist seit längerem bei den Paragraphinnen aktiv und hat dort erlebt, wie viel Energie entsteht, wenn Juristinnen sich austauschen, gegenseitig unterstützen und Karrierewege neu denken. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Laura Schneider hat sie schnell gemerkt, wie gut die Werte des Netzwerks zu unserer Kanzlei passen – und wie viel Potential in unserem Team für diese Zusammenarbeit steckt.

Mit der Partnerschaft möchten wir Juristinnen aller Karrierestufen Raum geben, sich zu vernetzen, Erfahrungen zu teilen und ihre Karriere selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig wollen wir zeigen: In einer wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Kanzlei wie KUNZ ist Platz für individuelle Lebensentwürfe, moderne Arbeitsmodelle und echte Entwicklungschancen.

Wir freuen uns auf gemeinsame Events, neue Impulse für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Rechtsbranche und viele Projekte, die aus der Kooperation entstehen werden.

Was empfehlen Sie Juristinnen, die sich zwischen Großkanzlei, mittelständischer Kanzlei, Unternehmen oder Justiz noch nicht entscheiden können?

Ich würde empfehlen, sich gerade zu Beginn nicht zu früh festzulegen, sondern bewusst verschiedene Stationen kennenzulernen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass unterschiedliche Perspektiven – auch aus der beratungsnahen Arbeit und projektbezogenen Mandaten – enorm dabei helfen, ein eigenes Profil zu entwickeln und herauszufinden, was einem wirklich liegt.

Für mich persönlich hat sich relativ klar gezeigt, dass mir die anwaltliche, gestaltende Beratung besonders liegt: also weniger das rein Reaktive oder Prozessorientierte, sondern das gemeinsame Entwickeln von Lösungen, Vertragsstrukturen und Governance-Modellen, gerade im IT- und Compliance-Umfeld. Diese Arbeit ist sehr nah an den tatsächlichen Geschäftsprozessen und oft auch strategisch geprägt – das empfinde ich als großen Vorteil der anwaltlichen Tätigkeit.

Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Die anwaltliche Beratung ist häufig dynamischer, teilweise auch weniger planbar. Dem gegenüber stehen Tätigkeiten in Justiz oder Behörden, die oft strukturierter, planbarer und sicherer sind, dafür aber weniger Gestaltungsspielraum im Einzelfall bieten.

Deshalb würde ich immer dazu ermutigen, sich auszuprobieren und bewusst beide „Welten“ zumindest punktuell kennenzulernen – weil man erst im direkten Vergleich wirklich merkt, in welchem Umfeld man langfristig am besten arbeiten kann. (Anna Flor, Salary Partnerin)

Gibt es etwas, das Sie rückblickend gerne früher gewusst hätten und das Sie heute jeder Berufseinsteigerin mitgeben würden?

Wichtig ist aus meiner Sicht, sich die Flexibilität zu erarbeiten. Das schafft man durch Fleiß und Vertrauen, auch wenn das anfangs schwer ist, es lohnt sich. (Katharina Strauß, Salary Partnerin)

Welchen Karrieretipp haben Sie für junge Juristinnen?

Kurzzeit- und Langzeitziele setzen und nicht unterkriegen lassen. Sucht euch jemanden, der euch fördert und wo ihr euch ausprobieren könnt. Wenn Fehler passieren, kommuniziert das offen, damit rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Traut euch was zu. Ihr könnt das oder könnt es lernen! (Dr. jur. Hanna Deutgen, Salary Partnerin)

Dr. Hanna Deutgen

Dr. Hanna Deutgen ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt in den Bereichen Immobilien & Bauen sowie Unternehmen & Wirtschaft und berät seit vielen Jahren gewerbliche Mandanten – einschließlich zahlreicher Privatbrauereien und Getränkefachgroßhändler – bei immobilien- und gesellschaftsrechtlichen Gestaltungen sowie bei Nachfolge- und Restrukturierungsprozessen. Sie wurde im Öffentlichen Recht und Europarecht mit einer Dissertation zu Europol promoviert, publizierte u.a. zum europäischen Insolvenz- und WTO-Recht, war von 2018 bis Oktober 2025 Richterin am Anwaltsgericht und ist durch längere Auslandsaufenthalte versiert in der Beratung englischsprachiger Mandanten.

Katharina Strauß

Katharina Strauß ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im nationalen und europäischen Vergabe-, Zuwendungs- und EU-Beihilferecht und berät insbesondere öffentliche Auftraggeber und Unternehmen bei der Durchführung von Vergabeverfahren, mit einem besonderen Fokus auf ÖPNV, nachhaltige Beschaffung sowie die Integration sozialer und ökologischer Kriterien. Sie veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche und praxisorientierte Beiträge, führt Schulungen durch und ist Mitglied des Fachprüfungsausschusses Vergaberecht der Rechtsanwaltskammer für den Oberlandesbezirk Koblenz.

Anna Flor

Anna Flor ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im IT-Recht, Datenschutz und IT-Compliance und berät Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen EU-weit zu IT-Verträgen, Datenschutz-Management-Systemen, KI-Compliance, der Umsetzung aktueller Regulierung (u.a. NIS-2, DORA, CRA, Data Act) sowie zum Incident-Management bei Datenschutz- und Cyber-Sicherheitsvorfällen. Sie begleitet insbesondere nationale und internationale Konzerne, IT- und Softwareunternehmen sowie regulierte Organisationen aus Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und öffentlichem Sektor und ist zudem als Dozentin für IT-Recht, Digitalisierung und Datenschutz sowie ehrenamtlich als Jurorin in Innovations- und Digitalisierungswettbewerben tätig.